Lehrlingsausbildung

Entsprechend den praktischen Erfahrungen wurde anläßlich der Jagdgesetznovellierung 1986 die Ausbildungsverordnung für Berufsjäger neu definiert und verankert.

Wie wird man Berufsjäger?

Die Ausbildungszeit beträgt 4 Jahre. In der Praxis wird von den Ausbildungsbetrieben zuerst der Besuch der zweijährigen Forstfachschule Waidhofen / Ybbs gefordert, damit auch der Berufsjäger Verständnis für eine naturnahe Waldbewirtschaftung erhält.

1 Jahr Forstfachschule in Waidhofen/Ybbs:

In diesem Schuljahr werden die forstlichen Bereiche in verschiedenen fachspezifischen Gegenständen unterrichtet (Waldbau, Forstnutzung etc.).

Zusätzlich zur Theorie erfolgt im schuleigenen Lehrforst sehr anschaulich an zwei Nachmittagen wöchentlich eine praktische Ausbildung.

So wird z.B. auf das Erkennen der Baum- und Straucharten im Blatt- und Knospenstadium Wert gelegt.

Man erlernt das richtige Auszeigen einer Durchforstung als auch den Umgang mit der Motorsäge.

Nach erfolgreichem Abschluß der Forstfachschule ist man Forstwart und berechtigt Reviere forstlich bis zu 1000 ha Waldfläche selbstständig zu leiten.
Im zweiten und dritten Lehrjahr beginnt die eigentliche Jagdpraktikantenzeit bei einem anerkannten Lehrherrn.

Im letzten Lehrjahr muß 3 Monate lang die Berufsjägerschule in Rotholz / Tirol erfolgreich besucht werden. Ebenfalls im letzten Ausbildungsjahr wird ein Vorbereitungskurs von der steirischen Landesjägerschaft abge-halten, der insbesondere das Jagdgesetz beinhaltet und deren Teilnahme für jeden Berufsjägerlehrling verpflichtend ist.

Der Ausbildungsbetrieb

Vor Antritt der Lehre ist ein Ausbildungsvertrag (Lehrvertrag) zwischen dem Dienstgeber und dem Jagdprakti-kanten abzuschließen. Als Dienstgeber kommt nur ein Ausbildungsbetrieb in Frage, der von der steirischen Landesjägerschaft nach genauer Prüfung und nach Anhörung der steirischen Landarbeiterkammer anerkannt wurde. Als Kriterien für die Anerkennung gelten unter anderem Reviergröße, Wildbestand und dessen Pflege. Weiters wird geprüft, ob die jagdlichen Einrichtungen eine zweckentsprechende und ausreichende Ausbildung gewährleisten. Selbst die Unterkunft und Verpflegungsmöglichkeit des Praktikanten wird berücksichtigt. 

Der Lehrherr

Ein anerkannter Lehrherr muß mindestens 25 Jahre alt sein, die Berufsjägerprüfung abgelegt haben, einen Jagdgebrauchshund führen und mindestens 5 Jahre als Berufsjäger beschäftigt sein. Ganz bewußt wird darauf bestanden, daß ausschließlich nur gelernte Berufsjäger als Lehrherrn fungieren dürfen, damit eine tatsächlich dem Berufsbild entsprechende Ausbildung gewährleistet wird. 

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